Google Analytics ist mächtig – und für die meisten kleinen Webseiten ein gehöriges Stück Ballast. Wer nur wissen will, wie viele Menschen seine Seite besuchen und woher sie kommen, braucht weder Cookie-Banner noch ein komplexes Tracking-Setup. Es geht deutlich schlanker und trotzdem DSGVO-konform.
Warum Google Analytics für kleine Seiten oft Ballast ist
Vorweg, fair eingeordnet: Google Analytics ist nicht pauschal „verboten“. Seit dem EU-US Data Privacy Framework (Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission von 2023, Google ist darunter zertifiziert) ist die Datenübermittlung in die USA grundsätzlich rechtlich abgesichert. Aber: Dieser Beschluss ist juristisch umstritten und könnte – wie schon sein Vorgänger „Privacy Shield“ – vor Gericht wieder kippen. Verlass darauf ist also ein Stück weit Wette auf die Zukunft.
Wichtiger für den Alltag: Google Analytics arbeitet mit Cookies. Und für die brauchst du nach § 25 TDDDG (der deutschen Umsetzung der ePrivacy-Richtlinie) eine aktive Einwilligung – also ein Cookie-Banner. Das gilt unabhängig vom US-Datentransfer. Damit handelst du dir den ganzen Rattenschwanz ein:
- ein Cookie-Banner, das Besucher nervt und Conversions kostet,
- Einwilligungs-Verwaltung (Consent Mode) und deren Pflege,
- mehr Aufwand in Datenschutzerklärung und Verarbeitungsverzeichnis,
- und ironischerweise lückenhafte Daten: Wer „Ablehnen“ klickt, taucht in der Statistik gar nicht erst auf – schnell die Hälfte der Besucher.
Was du wirklich wissen willst
Sei ehrlich zu dir selbst: Wann hast du zuletzt einen „Nutzerfluss-Report“ oder eine „Kohortenanalyse“ gebraucht? Die allermeisten kleinen Webseiten wollen nur ein paar Grundzahlen beantworten:
- Wie viele Menschen besuchen meine Seite?
- Woher kommen sie – Google, Instagram, eine Empfehlung?
- Welche Seiten oder Beiträge sind am beliebtesten?
- Grob: mobil oder Desktop, und aus welcher Region?
Für genau diese Fragen braucht es kein personenbezogenes Tracking und kein Wiedererkennen einzelner Besucher über Tage hinweg. Es reichen anonyme, zusammengezählte Werte – und die bekommt man cookie-frei.
Cookie-freie Alternativen
Eine ganze Reihe von Analyse-Werkzeugen ist von Grund auf datenschutzfreundlich gebaut: Sie setzen keine Cookies, speichern keine IP-Adressen, erstellen keine geräteübergreifenden Profile und erfassen nur aggregierte Zahlen. Bekannte Beispiele sind das quelloffene Umami (selbst hostbar) sowie die EU-gehosteten Dienste Plausible und Simple Analytics.
- Umami: quelloffen und selbst hostbar – cookie-frei, ohne personenbezogene Daten; bei eigenem Hosting bleiben die Daten vollständig auf dem eigenen Server.
- Plausible: cookie-frei, ohne personenbezogene Daten, in der EU ansässig und auf EU-Infrastruktur gehostet – die Besucherdaten verlassen die EU nicht.
- Simple Analytics: erfasst nur Summen (Seitenaufrufe, Herkunft, Browser, Land), speichert keine IP-Adressen, nutzt keine Cookies und kein Fingerprinting.
Weil dabei keine personenbezogenen Daten auf dem Gerät gespeichert oder ausgelesen werden, greift die Einwilligungspflicht aus § 25 TDDDG nicht – du brauchst kein Cookie-Banner. Das ist nicht nur bequemer, sondern liefert auch vollständigere Zahlen, weil niemand wegklicken kann.
Reicht auch ganz ohne Tracking?
Durchaus – für viele kleine Seiten ist das eine legitime Option. Jeder Webserver führt ohnehin Server-Logs: Sie halten fest, welche Seiten abgerufen wurden, ohne dass im Browser des Besuchers irgendetwas gespeichert wird. Damit lassen sich Besuchszahlen und beliebte Seiten grob ablesen, komplett ohne zusätzliches Skript.
Ehrlich bleibt aber: Server-Logs sind technisch und ungenau (Suchmaschinen-Bots verfälschen die Zahlen, die Herkunft ist schwerer zuzuordnen). Wer regelmäßig auf ein paar saubere Kennzahlen schaut, ist mit einem cookie-freien Analyse-Tool meist besser bedient. Wer wirklich nur „läuft die Seite?“ wissen will, kommt auch ganz ohne aus.
So macht es Pageship
Wir leben das selbst vor: Pageship-Seiten messen mit selbst gehostetem Umami — first-party von der eigenen Domain, ohne Drittanbieter-Request zur Laufzeit, cookielos und ohne personenbezogene Daten. Deshalb braucht es kein Cookie-Banner. Für deine eigene Website ist diese Reichweitenmessung als kostenlose Option dabei (standardmäßig aus, auf Wunsch aktivierbar) — du siehst deine wichtigen Zahlen, ohne deinen Besuchern eine Zustimmungs-Hürde vorzusetzen.
Das ist kein Zufall, sondern Teil des Konzepts: Pageship-Seiten sind statisch, ohne Tracker und von Haus aus datensparsam gebaut. Warum dieser Ansatz auch technisch und finanziell aufgeht, liest du in „Warum statische Webseiten oft die bessere Wahl sind“ und „Was kostet eine professionelle Webseite wirklich?“. Wie wir Schriften ohne Google-Server ausliefern, zeigt „Google Fonts DSGVO-konform einbinden“.
Mini-Checkliste: cookie-frei messen
- Überlege, welche drei bis vier Zahlen du tatsächlich nutzt – meist Besucher, Herkunft und beliebte Seiten.
- Wähle ein cookie-freies Analyse-Tool (z. B. Umami, Plausible oder Simple Analytics) – oder bleib bei Server-Logs.
- Stelle sicher, dass keine Cookies gesetzt und keine IP-Adressen gespeichert werden.
- Entferne Google Analytics (und damit das Cookie-Banner), falls du keine weiteren einwilligungspflichtigen Dienste nutzt.
- Halte das gewählte Tool in deiner Datenschutzerklärung kurz fest.

Geschrieben von
Alrik Zachert
Gründer & Geschäftsführer
Alrik Zachert ist Gründer und Geschäftsführer von Pageship. Mit Pageship baut er DSGVO-konforme, statische Webseiten für kleine Unternehmen — und beschäftigt sich täglich mit Datenschutz, Performance und der Technik dahinter.
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